Der Wahnsinn des Perfektionismus

 

Der Wahnsinn des Perfektionismus und wer hat an der Uhr gedreht?

 

Guten Morgen Tag!

Der Wecker klingelt und ein neuer Tag bricht an. Ich mag den Morgen, denn meistens komme ich gut aus dem Bett, aber es gibt auch die anderen Tage. Da weiß ich schon am Morgen, der Tag wird nicht meiner. Ich fühle mich gerädert oder wache mit Kopfchaos auf, da es so viel zu erledigen gibt.

Ich bin mir sicher, dass mein Tag viel zu kurz dafür ist und ich bestimmt nicht alles schaffen werde?

Warum habe ich so oft das Gefühl, dass der Tag zu wenig Stunden hat?

 

Kennst du das auch? Was machst du dann?

 

Mittlerweile habe ich für mich ein Ritual gefunden, welches meinen plappernden Verstand beruhigt, indem ich reinfühle, was im Moment wirklich wichtig ist und den Restart einläutet. Ich habe es in der Hand zu entscheiden, wie ich in den Tag starte. Rate, wie er wird! Natürlich gut😊

 

Ich setze mich hin, verbinde mich mit Mutter Erde und dem Universum. Erbitte mir Unterstützung und Frieden von meinen Engeln und Krafttieren und atme mich ins Hier und Jetzt, da wo es keinen Perfektionismus braucht, da alles perfekt ist!

Dann setze ich mir eine Intention für den Tag (z.B. Ich gehe mit Leichtigkeit durch den Tag! /Ich öffne mich für die Schönheit des Lebens!)

 

Das alles braucht 10 min, die ich mir gönne & wert bin, denn der Tag läuft damit so viel besser, wenn vielleicht auch nicht perfekt.

Aber wieso muss es denn auch immer perfekt sein? Und gibt es diese/n Mrs. /Mr. Perfekt überhaupt?

Selbst wenn es sich für dich perfekt anfühlt, gibt es bestimmt Irgendjemanden, der das ganz anders sieht. Schwups wird dann aus perfekt schon wieder unperfekt!

Zudem ist dass, was du heute als perfekt empfindest, morgen vielleicht schon nicht mehr perfekt.

 

Warum streben wir dann also immer danach, alles perfekt machen zu wollen?  Warum setzen wir die Messlatte so hoch?

 

Wer kennt sie nicht, diese Stimme im Ohr, die dir sagt, dass du nicht perfekt bist, wenn du nicht noch dies oder jenes erledigst, so oder so bist, dies oder das hast.

Oder, dass das Projekt, was du gerade machst, noch nicht bereit ist, das Tageslicht zu erblicken.

Ich kenne das so gut. Ich feile z.B. ewig lange an einem Blog oder Konzept und finde immer wieder etwas, was so noch nicht passt. Wenn es ganz blöd läuft, dann bleibt er/es irgendwann liegen, ohne dass ich es jemals mit jemandem oder der Welt geteilt habe. Warum? Weil ich denke, dass es doch bestimmt schon jeder weiß, mich Kritik erwartet oder es einfach noch nicht gut genug ist.

 

Eine andere Seite könnte sein, dass du so lange und zwanghaft daran arbeitest, bis du dich völlig überlastet oder erschöpft fühlst. Erschwerend kommt hinzu, dass es meistens nicht nur 1 Projekt betrifft, sondern wir natürlich Multitasking sind und uns um viele Dinge kümmern können & müssen.

 

Letztendlich hat Perfektion seine Wurzeln in bestimmten Ängsten, wie „nicht gut genug zu sein“, „nicht gemocht oder akzeptiert zu werden“, „den Erwartungen anderer nicht zu genügen“ oder „negative Kritik und Konsequenzen zu erfahren“.

 

„Wisse, dass Angst im Kopf beginnt, aber Mut auch und

der Schritt, vor dem du Angst hast, der sein könnte,

der alles zum Guten verändert.“

 

Es ist überhaupt nichts dagegen einzuwenden, sich Ziele zu setzen und Dinge erreichen zu wollen.

Ich würde sagen, es ist sogar sehr wichtig.

Aber es gibt da diesen feinen Unterschied zwischen „normalem Perfektionismus“ und „zwanghaftem Perfektionismus!“

Denn dieser lässt uns mit jedem Projekt, die Messlatte noch höher legen und wir sind nie zufrieden. Dabei ist Zufriedenheit so ein wichtiges Gut in unserem Leben, um uns glücklich zu fühlen, gesund zu sein und unser Leben zu genießen.

 

Es hält uns davon ab, mal alle Fünfe gerade sein zu lassen, uns dem Fluss des Lebens hinzugeben, da wir die Kontrolle behalten wollen, um uns sicher, akzeptiert und gebraucht zu fühlen.

Die Erwartungshaltung an uns und auch an andere ist oft so hoch, dass wir immer gereizter, unausgeglichener und engstirniger werden, sogar Menschen, die es anders machen als faul oder falsch empfinden.

  

Hast du diesen Satz “Muss ich denn hier immer alles alleine machen!“ schon mal gehört?

 

Ich habe ihn schon des Öfteren gehört, gerade von Personen, die mit nichts zufrieden sind, was andere tun.

Sie haben eine zwanghafte Persönlichkeitsstörung und müssen aufgrund ihres Drangs nach Perfektionismus alles kontrollieren und auf eine bestimmte Weise machen. Keiner kann es so gut wie sie und deshalb müssen sie alles überwachen, nachprüfen und können nicht delegieren. Sicher ist das schon eine ausgeprägte Form von Perfektionismus, aber es ist ein schmaler Grat zwischen normal und zu viel oder?

 

Diese Engstirnigkeit (Enge) kann sich auch körperlich auf uns auswirken. Migräne, Atemnot, erhöhter Blutdruck, Herzrasen, Enge oder Druckgefühl in der Brust können Symptome sein. Der Körper ist im Dauerstress und der Sympathikus überaktiv. Grundsätzlich ist es gut, dass der Sympathikus, der für Aktivität, Reaktion und Leistungsbereitschaft steht uns auffordert, genau dieser Aktivität nachzukommen. Wenn Entspannung aber zum Fremdwort wird und der Stress stetig steigt, dann kann der Parasympathikus, der für Regeneration, Erholung und Heilung steht, nur noch schwerlich seiner Arbeit nachkommen. Unruhe, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Immunschwäche bis hin zum Burn out oder Depressionen können die Folge sein.

 

Wie komme ich nun aus diesem Perfektionismus raus?

 

Perfektion ist antrainiert, wie z.B. auch Glaubenssätze. Wir haben im Kindesalter von Eltern, Lehrern und Bezugspersonen gewisse Verhaltensweisen vorgelebt bekommen, wurden kritisiert, diszipliniert oder gelobt, haben bestimmte Werte und Ängste mitbekommen. Dieses hat uns schon damals geprägt und tut es auch heute noch. Wir sehen im TV und auf Sozial Media ständig diesen glänzenden perfekten Lifestyle bei anderen. Erfolg im Schlaf! Alles wirkt einfach, leicht und wunderhübsch. Doch ist das wirklich so? Vielleicht trügt ja der Schein?!

 

Bist du glücklich mit diesem Anspruch an dich und andere oder bist du es leid, ständig 100% perfekt zu sein oder dieses vorzuspielen? Raubt es dir nicht sämtliche Energie diesem Ideal nachzustreben?

 

Antrainierten Mustern, Verhaltensweisen oder Glaubenssätzen, wie unserem Perfektionismus, können wir nur entgegenwirken, wenn wir uns dessen bewusst sind und ggf. die Ängste dahinter verstehen.

 

*bei „zwanghaften Persönlichkeitsstörungen“ gilt es immer, sich ärztliche & therapeutische Hilfe zu holen

 

*bei „normalem Perfektionismus“ könntest du mal folgendes ausprobieren

 

*wann immer du merkst, dass Stressgedanken kommen, die dich antreiben, sage bewusst „STOPP“

*lege eine Pause ein, sie muss nicht lang sein

*gönne dir 5 Bauchatemzüge und komme bei dir an

 

Wie geht es dir jetzt?

 

Ich könnte mir vorstellen, du fühlst dich etwas ruhiger und die Stressgedanken sind für einen kurzen Moment abgemildert oder verschwunden!

 

*entscheide dich - NEU - zu denken

*raus aus alten Mustern bedeutet anders und neu zu denken

*vielleicht machst du das Gegenteil oder tust etwas, was du so nicht im Alltag machst

  z.B. tanze nackt nach deiner Lieblingsmusik, lache herzhaft über dich selbst oder probiere einen Kopfstand

  (bitte an der Wand)

*werde kreativ

 

Gut gemacht! Nun bist du schon mal 1 Schritt weiter

Du hast dich für Veränderung entschieden und nicht alles nach gewohntem „Plan“ gemacht.

 

Pläne und Routinen sind hilfreich und gut für unseren Tag. Wir sparen Energie und können uns strukturieren.

Wenn du aber das Gefühl hast, täglich grüßt das Murmeltier, die Zeit rutscht dir durch die Finger oder dich Zwänge daran hindern, dein Leben zu genießen dann drücke die „Stopptaste“.

 

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Wir wollen uns frei fühlen und engen uns selbst so gern mit Zwängen, kontrollierenden, negativen Gedankenmustern, Ängsten, Abhängigkeiten und Erwartungshaltungen ein.

 

Was kannst Du noch für dich tun!

 

*Unabhängigkeit trainieren: entscheide dich dafür frei zu denken und zu handeln

*Energie zurückholen: wähle einen Bereich in deinem Leben aus, wo du anfängst, deine Ansprüche zu senken

   und in diesem nur noch das Nötigste machst „gut ist gut genug“

*Kontrolle abgeben: gib kleine Dinge an Kollegen, Freunde, Partner ab

  sitze ihnen dabei bitte nicht im Nacken und korrigiere sie nicht

*Dankbarkeit: wertschätze deinen Körper, den Moment, deine Selbstbestimmtheit, die Natur

*stärke deine Selbstliebe, deinen Selbstwert: „du bist wertvoll“, unabhängig von dem, was du leistest

*feiere dich und deine Erfolge

 

Wenn gar nichts hilft, dann lass uns doch einfach zusammen perfekt unperfekt sein.

 

*oder melde dich für ein  Coaching

 

„Ich wünsche dir, dass du Fehler machst und dich dafür feierst.“

„Ich wünsche dir, dass du aufhörst, in allem perfekt sein zu wollen,

  denn dann fühlt sich das Leben viel perfekter und leichter an!“

 

Herzlichst Ramona